Von der Partymeile direkt zur Uni

Gute Nachrichten für Studierende, die von Friedrichshain und Kreuzberg nach Dahlem müssen. Wer mit dem ÖPNV fährt, kann ab kommender Woche mit der U3 von der Warschauer bis in den Berliner Süden durchfahren.

Hinweisschild BVG Heidelberger Platz
Diese Schilder sind bald Geschichte: Ab dem 7. Mai 2018 fährt die U3 über den Nollendorfplatz hinaus bis nach Friedrichshain zur Warschauer Straße.

Mittwoch, 10 Uhr am Heidelberger Platz: Der Bahnsteig der U3 ist bis zum Rand mit Studierenden gefüllt. Die Anzeige meldet noch eine Minute bis zur Einfahrt. Die ersten nehmen ihren Rucksack vom Rücken, Neuankömmlinge drängeln sich nach vorne. Der Zug fährt ein und die Kämpfe um einen Platz im ultrakurzen Zug beginnen. Die meisten Fahrgäste vereint ein Ziel: Rechtzeitig zur Vorlesung an der FU Berlin zu kommen.

Zugegeben, es mag zugespitzt klingen, aber so in etwa geht es tausenden von Studierenden täglich am Heidelberger Platz. Studierende der FU können nun allerdings aufatmen, denn es gibt gute Nachrichten von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG): Die U3 wird ab dem 7. Mai nicht mehr wie gewohnt am Nollendorfplatz enden, sondern auf der Hochbahn bis zur Warschauer Straße durchfahren.

Seit 1961 erstmals eine Direktverbindung

Damit besteht zum ersten Mal seit 1961 wieder eine Direktverbindung zwischen Dahlem und Friedrichshain. Das lästige Umsteigen am Nollendorfplatz entfällt mit der Änderung und viele Studierende ersparen sich pünktlich zum Sommerbeginn langfristig unnötige Fahrzeiten. Für Studierende, die in Nordost-Friedrichshain wohnen, wird allerdings weiterhin die Kombination von Ringbahn bis zum Heidelberger Platz mit Umstieg in die U3 die schnellste Option sein.

So geht es auch Nicolas Bock (22), der Lateinamerikastudien an der FU studiert. In Zukunft wird er es allerdings schneller zu seiner Arbeit schaffen, der Feuerwache am U-Bahnhof Prinzenstraße. „Das sind locker 10 Minuten weniger Fahrtweg“. Für alle, die im Südkiez nahe der Warschauer Straße wohnen, dürfte die neue Direktverbindung allerdings ein wahr gewordener Traum sein – von den Clubs geht es praktisch direkt in die Uni.

Doppelt so viele Züge sollen Abhilfe schaffen

Zwar besteht dann eine Direktverbindung, aber damit ist noch lange nicht das Problem der überfüllten Züge gelöst. Die Kurzzüge werden derzeit aufgrund aktueller Bauarbeiten eingesetzt. Allerdings gibt es hier Hoffnung auf Verbesserung, denn der Takt sowie die Anzahl der Züge soll deutlich erhöht werden: Gemeinsam mit der U1 wird tagsüber montags bis freitags alle drei bis vier Minuten ein Zug auf der Strecke unterwegs sein, am Wochenende alle fünf Minuten. „Da in Zukunft auf der Hauptlaststrecke doppelt so viele Züge fahren, gehen wir von einer spürbaren Verbesserung der Anliegen der Studierenden aus“, so die Pressestelle der BVG. Das klingt alles noch theoretisch – ob es tatsächlich zu einer spürbaren Verbesserung der Situation kommen wird, wird sich diesen Sommer herausstellen.

Die Fakten zur Erweiterung der U3 zusammengefasst: Die U3 fährt tagsüber montags bis freitags auf der ganzen verlängerten Linie im 5-Minuten-Takt. Früh morgens und am späten Abend sowie sonnabends und sonntags sind die Züge alle zehn Minuten unterwegs. Nur in den morgendlichen Randzeiten, also werktags bis 6 Uhr, am Wochenende bis 10 Uhr, und nachts kurz vor Betriebsschluss endet die U3 wie gewohnt am Nollendorfplatz.