Raus aus dem Dickicht

Im April beginnt das Sommersemester und bringt für viele junge Studierende Licht in den Campusdschungel: Die ersten Prüfungen sind bestanden, den Weg zur Mensa findet man im Schlaf, Sitznachbarn wurden zu Freunden. Doch die aufregendste Zeit des Studiums, das erste Semester, ist für viele bereits Geschichte. Drei frische Zweitsemester erzählen, was sie von der Ersti-Safari mit ins nächste halbe Jahr nehmen.

Ich packe meine Koffer und nehme mit…

… Erfahrung & Geld

Leandra Lisser, 21 Jahre, studiert Biologie an der Freien Universität

Die Anforderungen an der Uni waren mir nicht sofort klar. Vor den Prüfungen lernte ich täglich stundenlang, da ich anfangs zu wenig machte. Der Umgang mit dem Vorlesungsstoff war eine wichtige Erfahrung für die weitere Unizeit.

Natürlich brauche ich im Sommersemester auch Geld. Bisher hat mir mein Vater Unterhalt gezahlt. BAföG zu beantragen ist kompliziert. Wir werden nicht gut informiert, wie wir Studium und unser Leben bezahlen können. Obwohl ich mit Studierendenwerk und BAföG-Amt geredet habe, fühle ich mich damit allein gelassen.

… Freunde & Sprachniveau

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Damon Ruhländer, 20 Jahre, studiert Geschichte und Philosophie an der Humboldt-Universität

Von Semesterbeginn an habe ich mich ehrenamtlich in der Fachschaft meines Instituts engagiert. Obwohl ich unter neuen Leuten eher schüchtern bin, habe ich dort viele Studierende kennengelernt. Neben neuen Freunden packe ich deshalb Mut und Zuversicht für das nächste Semester ein.

Schwieriger fiel mir, die akademische Sprache zu lernen. Da ich aus einer Arbeiterfamilie komme, ist das Erlernen von Fremdwörtern noch sehr mühsam. In Diskussionen konnte ich mein Sprachniveau aber im Laufe der Zeit verbessern.

… Investitionen & Verständnis

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Rebecca Cardebring, 20 Jahre, studiert Volkswirtschaftslehre an der Freien Universität

Als VWLerin habe ich nun meine erste Wertpapieranlage. Wegen des Studiums habe ich mich mehr informiert und mir eine Mini-Investition vor Ende des ersten Semesters vorgenommen. Außerdem habe ich mehr Spaß am Wirtschaftsteil der Zeitung und neue Gesprächsthemen mit meinem Vater.

Vermissen werde ich die Aufregung, dass ich mich neu als Studentin bezeichnen kann. Alles wird ein bisschen normaler, weniger aufregend. Es ist schon eine große Sache, in eine neue Stadt zu ziehen und das Leben als StudentIn zu beginnen. Das hat man nur einmal, und zwar im ersten Semester.