Lauter Widerstand gegen miserablen Lohn

In Berlin warten über 8000 studentische Beschäftigte seit vielen Jahren auf eine Lohnerhöhung.  Deshalb haben sich in Berlin etwa 1000 studentische Beschäftigte gewerkschaftlich organisiert, um für einen neuen Tarifvertrag zu demonstrieren.

Proteste im Grimm-Zentrum der HU Berlin
Protest im Grimm-Zentrum: Geht es nach den Studierenden, wird es schon bald Anpassungen des TV Stud II geben. Bild: tvstud.berlin

„Seit 2001 wurde unser Lohn nicht erhöht, dafür das Weihnachtsgeld gestrichen“, heißt es auf der Facebook-Seite von TVSTUD. Bereits im Januar dieses Jahres hatten die Beschäftigten daher für einen Tag ihre Arbeit niedergelegt. Und damit einen ersten Erfolg erzielt

10,98 Euro verdient ein studentischer Beschäftigter pro Stunde. Festgelegt ist das im Berliner Tarifvertrag TV Stud II. Bei 40 Stunden im Monat ergibt das ein Bruttogehalt von 439,20 Euro. Gegenüber ihren ArbeitgeberInnen, den Berliner Hochschulen, fordern sie deshalb einen Stundenlohn von 14 Euro.

Doch die Hochschulleitungen würden sich weigern, „Löhne und Krankheitsabsicherung auf ein angemessenes Niveau zurückzuführen“, schreiben die OrganisatorInnen der Streiks. 14 Euro pro Stunde empfinden die ArbeitgeberInnen allerdings „als nicht zu erfüllende Maximalforderung“, sagte Claudia Pfeiffer vom Kommunalen Arbeitgeberverband Berlin im Deutschlandfunk.

Die Hochschulen bewegen sich langsam

Doch die in ver.di und GEW organisierten Beschäftigten bleiben hart. Der Berliner Senat hätte den Hochschulen mehr Geld gegeben, weiß eine Gewerkschafterin, doch „das wird so einfach nicht an uns weitergegeben“. Die Meinungen darüber gehen auseinander. Ein neues Tarifangebot liegt dennoch vor.

Erstmals seit den Streiks fand am 29. März 2018 wieder eine Verhandlungsrunde statt. Darin haben sich die Hochschulen „endlich ein Stück auf die Forderungen von Studierenden und Gewerkschaften zubewegt“, schreibt die GEW. Insgesamt hätten die „inzwischen acht Streiktage Wirkung gezeigt“.

13 Euro bis 2023?

So haben die Hochschulen eine jährliche Lohnerhöhung zwischen 1,4 – 1,6 % in Aussicht gestellt. Damit könnte nach Abschluss des Tarifvertrags 2018 und eine Festlegung auf 12,13 Euro bis 2013 eine Erhöhung auf 13,04 Euro erreicht werden.

Doch die Gewerkschaften bleiben misstrauisch. Denn die Forderungen beziehen sich auch auf die Lohnentwicklungen aller anderen Hochschulbeschäftigten. Und darin erkennt die GEW eine „Totalverweigerung“ der Hochschulen. Denn die wollen darüber erst ab 2023 verhandeln.

Neue Streiks am Horizont?

Die Hochschulen hingegen bangen um eine Finanzierungszusage vom Senat für eine progressive Lohnentwicklung in allen Bereichen. Die wird aber von den Gewerkschaften gefordert. Der „skandalöse Reallohnverfall“, wie die GEW die seit über 17 Jahren andauernde Lohnstagnation bezeichnet, hat Spuren hinterlassen.

Der nächste Verhandlungstermin wurde für den 19. April angesetzt. Dann wird sich zeigen, ob sich die Arbeitgeber sich in den „Knackpunkten“ bewegen, sagt Matthias Jähne, Referent im Vorstandbereich Hochschulen der GEW Berlin. „Wenn nicht, wird es sicher weitere Streiks geben.“