Hallo 2018! Aber wie lief eigentlich unser letztes Jahr?

Das neue Jahr ist schon einige Wochen alt. Für die allermeisten ist nach Silvester wieder der Alltag eingekehrt. Das neue Jahr verbinden die meisten auch immer mit der Möglichkeit alles besser zu machen und das eigene Leben zu optimieren. Die Spree hat sich gefragt, ob das alte Jahr im Rückblick vielleicht doch besser lief als gedacht. Ein leicht verspäteter Jahresrückblick.

„Das Jahr scheint etwas bewegt zu haben“

Ann Kris (23), studiert Gender Studies und Englisch an der Freien Universität
Ann Kris (23), studiert Gender Studies und Englisch an der Freien Universität

Persönlich war 2017 ein gutes Jahr für mich!  Ich bin mir über vieles klar geworden, was meine Identität betrifft. Da hat sich einiges für mich geändert. Politisch dagegen ging es drunter und drüber. Ich habe in diesem Jahr einfach gespürt, dass sich das politische Klima verändert. Vor allem in der queeren Community, in der ich viel unterwegs bin, war 2017 ein einziges Auf und Ab. Trumps Amtseinführung Anfang des Jahres war erst mal ein Schock für mich. Dann hab ich aber gesehen, wie stark die Gegenbewegungen durch den Rechtsruck überall geworden sind. Der Women’s March in Washington haben mich total begeistert und Berlin hat an solche Aktionen finde ich gut angeknüpft, zum Beispiel im März beim Frauenkampftag. 2017 konnte ich durch diese Events einen starken Zusammenhalt in der queeren Community erleben. Das hat mich sehr berührt. Das Jahr scheint etwas bewegt zu haben, bei mir persönlich aber auch gesellschaftlich, weil die Menschen merken, dass sie jetzt politisch aktiver werden müssen. Ein besonderer Moment im Jahr 2017 war für mich außerdem der Beschluss für die Ehe für alle.

„Und dann fragt er mich plötzlich nach einem Sack Reis“

Patricia, 22, studiert im Bachelor Künstlerisch-Pädagogische Ausbildung an der Universität der Künste
Patricia, 22, studiert Künstlerisch-Pädagogische Ausbildung an der Universität der Künste

Das Jahr war voller neuer Eindrücke für mich! Ich bin  viel gereist und konnte unglaublich faszinierende Länder kennenlernen. Eine Begegnung mit einem obdachlosen Jungen in Mumbai habe ich besonders in Erinnerung behalten. Als ich im Smog zwischen zig hupenden Autos stand, lief da ein kleiner Junge, vielleicht 8 oder 9 Jahre alt, mit seinen nackten Füßen über den Asphalt. Mit strahlendem Lächeln im Gesicht fragt er mich, ob ich ihm etwas Reis kaufen könnte, also sind wir zusammen in den Supermarkt gegangen. Der hat sich so dermaßen über diesen kleinen Sack Reis gefreut, das hat mich richtig mitgenommen. Abends war ich auf einer Pool-Party eingeladen. Dort gab es schokoummantelte Erbeeren, all you can eat. Das war so ein Moment, in dem mir bewusst geworden ist, dass mich der pure Zufall auf die Seite mit den Schoko-Früchten geworfen hat.

„Zwischen Disziplin und Dolce Vita“

Merlin, 25, studiert Mathematik an der Freien Universität
Merlin, 25, studiert Mathematik an der Freien Universität

2017 gab es in meinem Leben zwei große Veränderungen: Meine Bachelorarbeit und neuer Pizzastein. Bisher habe ich in meinem Studium nie Hausarbeiten schreiben müssen, durch die Bachelorarbeit merke ich jetzt, dass ich viel selbstdisziplinierter geworden bin. Außerdem kann ich inzwischen mich viel besser organisieren. Den Pizzastein habe ich mir Anfang des Jahres gekauft. Die Platte aus Keramik speichert die Wärme des Ofens und gibt sie dann direkt an den Pizzateig ab. Du kannst also bei dir zu Hause im Backofen echte Steinofenpizza backen! Das hat mich umgehauen. Seitdem bin ich der Held meiner Wohngemeinschaft.

Foto auf Startseite: Svenn Sivertssen via Flickr