Der Dominator vom Frühstücksfernsehen

Es soll Leute geben, die freiwillig um 3 Uhr nachts zur Arbeit gehen. Zu ihnen gehört Dominik Schwaegerl: Der Journalismus-Student arbeitet als CvD-Assistent beim Sat.1 Frühstücksfernsehen. Ein außergewöhnlicher Nebenjob.

3:30 Uhr: Ankommen im Büro des Chefs vom Dienst. Oberste Priorität hat der Sendeplan, den die Spätschicht am Tag zuvor vorbereitet hat. »Vor Sendebeginn muss der gesamte Plan abgecheckt werden«, erklärt Dominik. Dazu zählt das Überprüfen der Moderationstexte auf korrekte Schreibweise und die zeitliche Abfolge der gesamten Beiträge wird kontrolliert. Das geschieht im ständigen Austausch mit den Redakteuren, Moderatoren, der Regisseurin – und natürlich auch dem Chef vom Dienst (CvD).

Dazu durchforstet er einige Zeitungen und das Internet nach Neuigkeiten. Denn es ist immer möglich, dass spontan noch etwas passiert, was man in die Sendung einbringen kann. Und genau das motiviert Dominik, jeden Morgen aufs Neue aufzustehen: »Es ist einfach immer was Aktuelles; man geht also nicht mit so einer ‚Null-Bock-Einstellung‘ rein, sondern kann immer darauf gespannt sein, wie der Tag verläuft.«

Es kann so einfach sein

Seit rund zwei Jahren ist er schon dabei, wobei er sich vorher nicht wirklich vorstellen konnte, im journalistischen Bereich zu arbeiten: »Nach meinem Abitur habe ich erstmal ein Jahr lang verschiedene Praktika absolviert, u.a. im Radio und bei einer Nachrichtenagentur. Diese haben mir nicht hundertprozentig zusagt, weshalb ich kurzzeitig ein wenig vom Journalismus abgekommen bin«, stellt Dominik fest. »Dann bin ich beim Sat.1 Frühstücksfernsehen gelandet und das hat mich extrem umgestimmt.

Die Leute sind super und ich fühl ich hier einfach wohl.« Das Sender-Team war wohl genauso von Dominik und seinem Engagement begeistert, denn schon nach einem Monat wurde er vom Praktikanten zum CvD-Assistenten: »Es war gerade eine Stelle als CvD-Assistent freigeworden und da ich ja eh schon den Sender und die Leute kannte, würde man sich freuen, wenn ich diesen Job annehmen würde«, so Dominik über das Angebot des Chefredakteurs.

Vom Praktikanten zum Frühstücks-Star

Aber das ist nicht Ende seiner Laufbahn. Nach knapp einem halben Jahr als CvD-Assistent bekam er einen überraschenden Anruf: »Dominik ab nächsten Montag stehst du vor der Kamera«, eröffnete ihm der Chefredakteur. Die Aufgabe: Zwei Wochen lang Haushalts- und Alltagstipps präsentieren. »So ein ‚junger, frischer Wind‘ kam bei den Zuschauern auch ganz gut an«, bemerkt Dominik.

Danach gab es hin und wieder mal Auftritte, die ziemlich skurrile Aktionen beinhalteten: zum Beispiel Äpfel schälen mit einer Bohrmaschine. Dominik fand Gefallen an der Sache. »Und dann dachte ich mir, dass das eigentlich auch eine Rubrik ist, die noch nicht aufgegriffen wurde«, blickt er zurück. »Ich habe mich anschließend zu Hause hingesetzt und ein kleines Konzept entwickelt.«

Das Konzept hat er der Geschäftsführung präsentiert und schon war »Dominiks Freitags-Challenge« geboren. Seitdem muss er jeden Freitag durch das Bewältigen verschiedener Aufgaben den Titel des »Dominators« verteidigen.

Alles andere als Routine

Heute sitzt Dominik wieder hinter den Kulissen und das ist alles andere als entspannt: Die ganze Sendung über muss er darauf achten, dass alle Sendebeiträge auch den vorgegebenen Zeitrahmen einhalten. Zwischendurch geht er in den kurzen Werbepausen ins Studio, um mit dem Chef vom Dienst Einzelheiten zu besprechen oder mit den Moderatoren zu quatschen.

Er ist auch derjenige, der den Moderatoren die Texte ausdruckt. An diesem Morgen hat Dominik noch eine weitere Aufgabe: Er ist Facebook-Beauftragter, also sucht er auf der Facebook-Seite vom Sat.1-Frühstücksfernsehen nach interessanten Kommentaren, die anschließend beim Wochenrückblick vorgestellt werden.

Um 10 Uhr ist alles vorbei, beinahe. Nach der Sendung geht es noch zur Teambesprechung, in der die Redakteure und Moderatoren mit der Geschäftsführung die Sendung reflektieren und Themenvorschläge für den nächsten Tag sammeln. Gegen 11 Uhr verlassen wir den Sender.

Der Dauerbrenner

Während ich mich anstrengen muss ein Gähnen nach dem anderen zu verkneifen, mixt sich Dominik schon seinen Proteinshake zusammen. «Wenn ich jetzt nach Hause fahren und versuchen würde zu schlafen, dann würde ich nicht mehr aus dem Bett kommen«, gesteht er. »Aus diesem Grund gehe ich direkt nach der Arbeit zum Sport.«

Trotz der etwas ungewöhnlichen Arbeitszeit würde er keinen anderen Job lieber ausüben. Seine Begründung: »Gerade in Verbindung mit meinem Studium habe ich mir sozusagen ein eigenes individuelles duales Studium geschaffen. Ich habe Theorie in der Uni und Praxiserfahrung sammle ich beim Frühstücksfernsehen. Das ist für mich einfach der optimale Nebenjob.«